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UBIQUITOUS OSCILLATIONS or FOURIER CHANGED OUR WORL 

 

// Eröffnung: Fr., 9. Januar 2009, 19h00
// Dauer: 10.1. - 16.1.2009

// Zeiten:  täglich 14h - 18h30

// weitere Veranstaltungen am 12, 14, 15 & 16. Januar, je 20h, Infos am Textende

 

Eine Ausstellung mit Shingo InaoDaisuke Ishida + Noriko YamaguchiStephane LeonardHirofumi MatsuzakiSatoshi Morita und Seiji Morimoto.

 

Die Ausstellung beschäftigt sich mit der Schnittstelle von Kunst, Technologie, Gesellschaft und Klang. Es werden Entwicklungen und künstlerische Positionen zeitgenössischer Medienkunst gezeigt, die mit sowohl digitalen als auch analog-elektronischen sowie mechanischen Technologien künstlerisch-reflektiv arbeiten.

 

Seit dem Ende des 18. Jahrhunderts wird in der Physik, Mathematik und Naturwissenschaftnicht mehr von einem statischen Weltbild ausgegangen, sondern von einem zeitlich-dynamischen Weltbild. Dinge die zuvor unberechenbar waren wie Schwingungen, Energie und Wärme wurden sehr bald techno-mathematisch kalkulierbar. Jean Baptiste Joseph Fourier (1768 - 1830) gilt dabei als wichtige Figur, da er mathematisch bewiesen hat, dass die meisten komplexen Schwingungen, das bedeutet auch komplexere musikalische Klänge, auf einfache Sinus-Schwingungen runter berechnet werden können.

 

Dadurch kann die Struktur von komplexen Naturphänomenen analysiert, das heisst in Einzelteile zerlegt und wieder synthetisiert, das heisst zusammengesetzt werden. Der Synthesizer wurde theoretisch begründet. Hermann von Helmholtz (1821 - 1894) war anschliessend der erste der ungefähr 1860 mit seinen akustisch-mechanischen Resonatoren Klangphänomene analysieren und re-synthetisieren konnte und damit einen Ur-Synthesizer konstruierte.

 

Das Weltbild der Wissenschaft hat seit Fourier etwas musikalisches an sich. Deshalb verkehren Musik, Naturwissenschaft und Technologie seit dem in den Hinterhöfen des Weltgeschehen und produzieren in ihren Affären diverse neue Medien- und Audiotechnologien wie den Phonographen, das Radio, das Telefon, das Tonband, den Synthesizer, den Musik-Computer, das Internet-Telephon-Modem, das Mobiltelefon, den Mp3-Player und die neuen portablen Minicomputer sogenannte Handhelds wie PDA, Smartphone, iPhone oder Android.

 

Heute im Zeitalter von Mobilfunk, Wireless Lan, Bluetooth, RFID wo wir umgeben sind von digitalen Medientechnologien, die immer kleiner und unsichtbarer werden und trotzdem durch drahtlose Telekommunikation allgegenwärtig sind, das heisst ubiquitär sind, werden wir in unserem Alltag fast immer mit elektromagnetischen Wellen konfrontiert. Wellen die hörbar gemacht werden können. So sind wir durch unser Streben nach Mobiltät gleichzeitig in einer unhörbaren Kakophonie elektromagnetischer Dissonanzen gelandet.

 

Shingo InaoDaisuke Ishida + Noriko YamaguchiStephane LeonardHirofumi Matsuzaki,Satoshi MoritaSeiji Morimoto und deren Kurator Shintaro Miyazaki haben sich mit dieser neuen “conditio humana” auf ihre je eigene Weise künstlerisch nachdenkend beschäftigt und zeigen einen Teil ihrer Arbeiten.

“Ubiquitous oscillations” or “Fourier changed our world” ist ein Teil-Projekt von la-condition-japonaise, ein von Shintaro Miyazaki und Eri Kawamura kuratierte Netzwerk und Kunstprojekt zur Förderung junger zeitgenössischer japanischer Kunst und Musik in Berlin und Europa.

 

Weiter Veranstaltungen:

 

Konzerte:

Mo., den 12. Januar, 20h00 Shingo Inao (live sensor electronics), Stephane Leonard (laptop)
Mi., den 14. Januar, 20h00 Ken Okami (neon lights, electronics)
Fr., den 16. Januar, 20h00 Daisuke Ishida (laptop), Seiji Morimoto (electronics)

 

Reflektion und Kunst:

Gast-Künstler (Präsentation):
Do., den 15. Januar, 20h00 Jan-Peter E. R. Sonntag 
Jan-Peter E. R. Sonntag, der den Deutschen Klangkunst-Preis 2008
erhielt wir uns mit einer Präsentation seiner Werke beehren.

Martin Donner (M.A.), Oswald Bertold + Sebastian Döring werden über den Zusammenhang von Fourier, Klang, Elektronik und Mediengeschichte referieren.